Missbrauch

Jeder Missbrauch ist abzulehnen. Es verbietet sich auch den Missbrauch eines Menschen zu vergleichen. Jedoch ist Schweigen ebenso wenig eine adäquate Ausdrucksweise. Die Sachlage ist heikel. Es ist kompliziert. Sobald der Missbrauch des Menschen männliches Geschlechtes zu Sprache kommt, wird es immer gleich als Angriff auf den Missbrauch der Menschen weiblichen Geschlechtes verstanden. Es wird unterstellt, dass damit ein anderer Missbrauch verharmlost würde. Damit ist die Diskussion sehr schnell eingestellt und es wird nur jener Missbrauch des Mannes behandelt, der analog oder ähnlich der Vergewaltigung oder des Missbrauchs von Frauen ist. Diese Form des Missbrauch des Mannes mag aber eher die Ausnahme sein, wenn auch das stattfindet. Männer die wie Frauen, von Frauen geschlagen und missbraucht werden, sind sicherlich seltener anzutreffen. Auch diese Männer bedürfen ebenso wie die Frauen den entsprechenden Schutz. Um diesen Missbrauch soll es in diesem Artikel nicht gehen.

Wir missbrauchen Menschen. Die Form des Missbrauchs, der überwiegend dem Mann wiederfährt und weniger der Frau, aber auch hier – wie oben schon erwähnt, es Männer gibt, die in der Form des sexuellen und körperlichen Missbrauchs von Männern an Frauen von Frauen missbraucht werden – aber auch hier ist nicht auszuschliessen, dass auch Frauen missbraucht werden, aber typischerweise betrifft diese Art des Missbrauchs eher den Mann und häufiger auch Kinder im Allgemeinen.

Der missbrauchte Mensch mag dabei selbst auch zum Täter werden, deswegen ist hier auch die Täter und Opfersitiuation nicht so eindeutig wie bei einem weiblichen sexuellen Vergewaltigungsopfer. Um so schwieriger gestalltet sich der gesellschaftliche Diskurs darüber. Ich vermute, er findet gar nicht statt. Probleme verschwinden aber nicht dadurch, dass nicht darüber geredet wird. Sie sind wie eine Entzündung, die nicht sichtbar ist. Vielleicht sind die Probleme auch wie eine HIV-Infektion, die nicht ausgebrochen ist. Ständig virulent unter der gesellschaftlichen Wahrnehmung und unbehandelt.

Warum wir über diesen Missbrauch der Männer reden müssen und ihn thematisieren müssen? Weil die missbrauchten nicht gar selten auch zu Tätern werden mit teilweise fatalen Auswirkungen für die Gesellschaft. Und bevor ich weiter im nebulösen bleibe, werde ich mit einem Opfer anfangen, welches zu einem Täter wurde, der die Konsequenzen eines solchen Missbrauchs schon deutlich macht, sobald ich seinen Namen hingeschrieben habe. Doch bevor ich seinen Namen hinschreibe, will ich ein wenig darstellen, wie ein solcher Missbrauch ausschaut.

Es beginnt in der Regel durch die Mutter. Vom Klischee her könnte unser Opfer heute auch Muslim sein, jedoch beginnt seine Geschichte im kleinbäuerlichen Umfeld. Jedoch wie eine solche mütterliche Vergötterung ausschaut, kann auch heute beobachtet werden, wenn jede Frau im Sinne der Mutter gar als Schlampe dem Sohn gegenüber dargestellt wird, und solche Mütter möglicherweise sogar eine Vergewaltigung ihres Sohnes der Frau anlasten, die der Sohn vergewaltigt hat. Die Kontrolle über das Objekt der mütterlichen Liebe, hat hierbei nicht wirklich etwas mit Liebe zu tun, die zu einer Freiheit erzieht, es ist mehr der Missbrauch des Kindes zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse und Ängste. Ein solcher Missbrauch wird auch nicht als Missbrauch angesehen. Selbst wenn der Sohn später zum Mörder wird, wird der Mutter möglicherweise bescheinigt, dass sie daran vollkommen unschuldig ist. Der psychologische Missbrauch des Kindes, welcher dabei stattfindet, ist auch schwierig als solcher zu erkennen. Manchmal ist die Täterin hierbei auch gleichzeitig Opfer ihres Ehemannes, der gleichzeitig ebenso eine solche Mutter hat. Die Schwiegermutter steht also in der gleichen Tradition des Missbrauches wie die Mutter selbst. Wie ich anfangs ja schon schrieb, ist die Täteropfersituation hier eben nicht so eindeutig wie bei einer sexuellen Vergewaltigungsopfer. Und niemand betrachtet die Vergötterung als Missbrauch, denn im Gegenteil sind wir uns alle darüber bewusst, dass Liebe und Anerkennung an sich ja etwas gutes sind. Deswegen gilt diese Form des Missbrauchs des überwiegend männlichen Kindes auch nicht als solcher.

Unser Opfer, dessen Namen ich nachher nennen werde, wurde auch noch von seinem Vater geschlagen. Dies muss aber nicht der Fall sein. Viele dieser männlichen Opfer erfahren möglicherweise gar keine körperliche Gewalt von ihren Vätern. Was aber wohl allen gemein sein dürfte, dass sie auch Werkzeug im Machtspielen sind. Das Kind ist hier auch Mittel. Welche Schäden hier durch den weiblichen Missbrauch in der Kinderseele angerichtet werden, vermag ich nicht zu vermessen. Manch eine Mutter mag da gute Kämpfer erzogen haben und sind dann stolze Soldatenmütter eines Gefallenen, womit dann die Vergötterung des Kindes komplett ist. Als Trägerin des Heldenkultes wird der Mann dann noch über den Tod hinaus missbraucht. Hierbei gibt es sogar die italienische Mafiamama, die ihrem Enkel den Mord in die Kinderseele pflanzt, eine besonders perfide Missbrauchssituation.

Ich will nicht behaupten, dass nur Frauen diese Form des Missbrauchs begehen. Es ist durchaus auch möglich, dass Männer sich so an Menschen vergehen, jedoch denke ich, dass das eher die Ausnahme ist. Wenn Männer das tun, dann vermutlich aus den selben Gründen, weil sie ursprünglich die Schwächeren sind. In gewisser Hinsicht ist es eine Gewalt der ursprünglich Schwachen.

Bevor unser Opfer zu einem Täter wurde, hatte der Missbrauch aber nicht sein Ende. Es hängt ein wenig auch mit unser auch heute noch geltenden Einstellung zusammen. Männer dürfen nicht nur nicht schwach sein, sie dürfen auch keinesfalls nicht erwerbstätig sein. Das vorherrschende Bild unserer Gesellschaft ist das eines tätigen und erfolgreichen Mannes. Männer sind auch als SGBII-Empfänger zum Erfolg verdammt. Wenn ein Ehepaar arbeitslos ist, dann erhält der Mann mehr Jobangebote und mehr Einbestellungen in das Jobcenter als die Frau auch wenn keine Kinder da sind. Vermutlich würden identische Lebensläufe eines Mannes als weiblicher Lebenslauf ausgegeben nie mit dem Beleg Versager oder Drückeberger oder sonst was versehen und in der Zeit unseres Opfers, wäre der mangelnde Schulabschluss bei einer Frau wahrscheinlich noch nicht einmal erwähnenswert. Im Gegenteil, es dürfte zu seiner Zeit normal gewesen sein, dass Frauen eher dem musischen zustrebten und die Ausbildung wurde ihnen eher verwehrt. Männer stehen Zeit ihres Lebens diesbezüglich unter Druck. Der Druck wird sicherlich auch durch den Heiratsmarkt eröffnet. Wir sind da ein bisschen primitiv trotz aller Emanzipation. Unser Opfer heiratete allerdings nicht. Sein Versagen allerdings und seine Ablehnungen durch die Gesellschaft, ersetzte er durch Allmachtsphantasien in dieser jungen Zeit. Der junge Mann wurde auch durch diverse Verschwörungstheorien geimpft und ließ sich auch durch die Musik Richard Wagners verführen. Der Missbrauchte rächte sich später fürchterlich. Seine Name ist Adolf Hitler.